Wer sind die Mütter der Gläubigen?
Die übliche Zählung in den Quellen ist elf Ehefrauen: Chadidscha bint Chuwailid, Sauda bint Zamʿa, Aischa bint Abi Bakr, Hafsa bint Umar, Zainab bint Chuzaima, Umm Salama (Hind bint Abi Umayya), Zainab bint Dschahsch, Dschuwairiya bint al-Harith, Umm Habiba (Ramla bint Abi Sufyan), Safiyya bint Huyayy und Maimuna bint al-Harith. Einzelheiten der Zählung und Reihenfolge variieren leicht zwischen den Quellen, und jede von ihnen wird in Ibn Hajars al-Isaba genannt.
ٱلنَّبِيُّ أَوۡلَىٰ بِٱلۡمُؤۡمِنِينَ مِنۡ أَنفُسِهِمۡۖ وَأَزۡوَٰجُهُۥٓ أُمَّهَٰتُهُمۡۗ وَأُوْلُواْ ٱلۡأَرۡحَامِ بَعۡضُهُمۡ أَوۡلَىٰ بِبَعۡضٖ فِي كِتَٰبِ ٱللَّهِ مِنَ ٱلۡمُؤۡمِنِينَ وَٱلۡمُهَٰجِرِينَ إِلَّآ أَن تَفۡعَلُوٓاْ إِلَىٰٓ أَوۡلِيَآئِكُم مَّعۡرُوفٗاۚ كَانَ ذَٰلِكَ فِي ٱلۡكِتَٰبِ مَسۡطُورٗاDer Prophet steht den Gläubigen näher als sie sich selbst, und seine Gattinnen sind ihre Mütter. Und die Blutsverwandten stehen nach dem Buch Allahs einander näher als die Gläubigen und Auswanderer, außer, daß ihr euren Schützlingen Gutes tun solltet. Dies steht im Buch verzeichnet.
So ist die Ehe mit ihnen jedem Gläubigen bis zum Jüngsten Tag verboten — „und niemals, sie gegen andere Ehefrauen einzutauschen“ (Al-Ahzab 53) — und ihr Rang verfällt nicht mit ihrem Tod: Es ist eine gesetzgebende Mutterschaft, die durch Gebet und Nachfolge angesprochen wird, nicht durch Abstammung.
Chadidscha bint Chuwailid: die Erste, die glaubte
Eine Händlerin aus dem Adel der Quraisch, die ihr eigenes Kapital verwaltete; sie stellte Muhammad ﷺ für ihren Handel ein, bevor er Prophet wurde, und heiratete ihn dann, und sie blieb fünfundzwanzig Jahre bis zu ihrem Tod seine Frau. Als die erste Offenbarung herabkam und er bebend vom Berg Hira zurückkehrte, glaubte sie ihm als Erste und stützte ihn: eine Ehefrau, die des Propheten ﷺ erste Zuflucht wurde, seine finanzielle Stütze und sein Trost in den ängstlichsten Stunden der Geschichte.
كلا، واللهِ لا يُخزيكِ اللهُ أبدًا، إنك لتصلِ الرحمَ، وتحمِلُ الكَلَّ، وتكسبُ المعدومَ، وتُقري الضيفَ، وتعينُ على نوائبِ الحق.Niemals — bei Allah, Allah wird dich niemals in Schande bringen: Du pflegst die Bande der Verwandtschaft, trägst die Last der Schwachen, erwirbst für die Mittellosen, ehrst den Gast und leistest gegen die Unbill der Wahrheit Hilfe.
بشِّرْ خديجةَ ببيتٍ في الجنةِ من قصبٍ، لا صَخَبَ فيه ولا نصَب.Verkünde Chadidscha die frohe Botschaft eines Hauses im Paradies aus ausgehöhlter Perle, in ihm kein Lärm und keine Mühe.
Alle Kinder des Propheten ﷺ wurden von ihr geboren: Al-Qasim und Abdallah (at-Tayyib), Zainab, Ruqayya, Umm Kulthum und Fatima — alle vier Töchter waren von ihr. Sie starb in Mekka drei Jahre vor der Hidschra, im „Jahr der Trauer“, und ihr Fehlen blieb spürbar — noch Jahre nach ihrem Tod sprach der Prophet ﷺ mit Treue von ihr.
Aischa bint Abi Bakr: Lehrerin der Ummah
Sie überlieferte rund 2.210 Hadithe (Ibn Hajar, al-Isaba), und etwa achtundvierzig Jahre nach dem Tod des Propheten ﷺ befragten sie die Gefährten: Erlaubtes und Verbotenes, Genealogie, Dichtkunst, Medizin und die Erbschaftsberechnung. Führende Gelehrte sagten: „Aischa ist die Kundigste der Menschen“ (al-Isaba). Sie erzog die Generation der Gefährten und Nachfolger, bis sie Lehrerin der größten Hadith-Meister wurde, wie Urwa ibn az-Zubair und Amra bint Abd ar-Rahman.
يا عائشةُ، إنَّ اللهَ رفيقٌ يُحبُّ الرفقَ في الأمرِ كله.O Aischa, Allah ist milde und liebt die Milde in allen Dingen.
Und eine ganze Sure kam herab, die sie von der Verleumdung freisprach (An-Nur 11–26) — eine ausdrückliche koranische Ehrenrettung, die den Angriff auf die Ehre einer Frau zu den schwersten Sünden machte und ihre Geschichte zu einer Lektion in richterlicher Disziplin: Voreilige Urteile und erfundene Berichte sind zurückzustellen, bis die Wahrheit sich klärt.
Umm Salama, Hind bint Abi Umayya: die konsultierte Vernunft
Zu den ersten Auswanderern gehörig, überlieferte sie rund 378 Hadithe (al-Isaba) und war für Verstand und Entschlossenheit bekannt, bis hin dazu, dass der Prophet ﷺ sie in öffentlichen Angelegenheiten konsultierte. In Hudaibiya, als die Gefährten an den Bedingungen des Vertrages Anstoß nahmen, folgte der Prophet ﷺ ihrem Rat; sie empfahl eine entschlossene Handlung ohne öffentliche Schau, ihr Rat wurde ausgeführt und der Vertrag geschlossen (Al-Buchari 2731) — ihre Konsultation wurde ein Wendepunkt in der Sira.
Hafsa und Zainab bint Dschahsch: Hüterin des Muschaf, Hüterin der Lehre
Hafsa bint Umar: eine Koran-Gelehrte und Schreiberin; der erste Muschaf, der zur Zeit Abu Bakrs zusammengestellt wurde, wurde in ihrer Verwahrung gehalten, und die Menschen kamen, um daraus abzuschreiben (Ibn Saʿd, Tabaqat; At-Tabaris Geschichte) — die des Schreibens kundige Frau war die Treuhänderin des ersten schriftlichen Dokuments der Ummah.
Zainab bint Dschahsch: Allah vermählte sie mit dem Propheten ﷺ, um die vorislamische Sitte der Adoption aufzuheben und eine ewige koranische Lektion zu schaffen: Ein Adoptivsohn unterliegt nicht dem, was ein leiblicher Sohn unterliegt. Aischa beschrieb sie als bescheiden und gottesfürchtig, arbeitend mit ihren eigenen Händen und Almosen gebend aus ihrem Erwerb (Al-Buchari 5362, von Anas).
وَإِذۡ تَقُولُ لِلَّذِيٓ أَنۡعَمَ ٱللَّهُ عَلَيۡهِ وَأَنۡعَمۡتَ عَلَيۡهِ أَمۡسِكۡ عَلَيۡكَ زَوۡجَكَ وَٱتَّقِ ٱللَّهَ وَتُخۡفِي فِي نَفۡسِكَ مَا ٱللَّهُ مُبۡدِيهِ وَتَخۡشَى ٱلنَّاسَ وَٱللَّهُ أَحَقُّ أَن تَخۡشَىٰهُۖ فَلَمَّا قَضَىٰ زَيۡدٞ مِّنۡهَا وَطَرٗا زَوَّجۡنَٰكَهَا لِكَيۡ لَا يَكُونَ عَلَى ٱلۡمُؤۡمِنِينَ حَرَجٞ فِيٓ أَزۡوَٰجِ أَدۡعِيَآئِهِمۡ إِذَا قَضَوۡاْ مِنۡهُنَّ وَطَرٗاۚ وَكَانَ أَمۡرُ ٱللَّهِ مَفۡعُولٗاUnd als du zu demjenigen sagtest, dem Allah Gunst erwiesen hatte und dem auch du Gunst erwiesen hattest: „Behalte deine Gattin für dich und fürchte Allah, und in deinem Inneren verborgen hieltest, was Allah doch offenlegen wird, und die Menschen fürchtetest, während Allah ein größeres Anrecht darauf hat, daß du Ihn fürchtest. Als dann Zaid keinen Wunsch mehr an ihr hatte, gaben Wir sie dir zur Gattin, damit für die Gläubigen kein Grund zur Bedrängnis bestehe hinsichtlich der Gattinnen ihrer angenommenen Söhne, wenn diese keinen Wunsch mehr an ihnen haben. Und Allahs Anordnung wird (stets) ausgeführt.
Fatima, die Tochter des Propheten ﷺ: Anführerin der Frauen des Paradieses
Die jüngste der Töchter des Propheten ﷺ und die ihm am meisten ähnliche; wenn er nach ihr gefragt wurde, sagte er: „Fatima ist ein Teil von mir“ (Al-Buchari 3624). Bei der Mubahala wurde sie zu „unseren Frauen“ gezählt (Al-Imran 61): Als die christliche Delegation zur gegenseitigen Verfluchung kam, ging er ﷺ hinaus, al-Hasan und al-Husain tragend, gehend mit Ali und Fatima — Al-Buchari überliefert den Bericht in seinem Tafsir zu Al-Imran.
فَمَنۡ حَآجَّكَ فِيهِ مِنۢ بَعۡدِ مَا جَآءَكَ مِنَ ٱلۡعِلۡمِ فَقُلۡ تَعَالَوۡاْ نَدۡعُ أَبۡنَآءَنَا وَأَبۡنَآءَكُمۡ وَنِسَآءَنَا وَنِسَآءَكُمۡ وَأَنفُسَنَا وَأَنفُسَكُمۡ ثُمَّ نَبۡتَهِلۡ فَنَجۡعَل لَّعۡنَتَ ٱللَّهِ عَلَى ٱلۡكَٰذِبِينَWer nun mit dir darüber streitet, nach dem, was dir an Wissen zugekommen ist, so sag (zu denen): Kommt her! Laßt uns unsere Söhne und eure Söhne, unsere Frauen und eure Frauen, uns selbst und euch selbst zusammenrufen und hierauf flehen und so den Fluch Allahs über die Lügner kommen lassen!
Und bei Al-Buchari (3432) gehört sie zu den „führenden Frauen des Paradieses“ nach Maryam — ihr Rang in der Überlieferung ist gesichert: Von ihrem Vater überlieferte sie Hadithe, die die größten Hadith-Gelehrten in ihre Werke aufnahmen.
Die vier Töchter des Propheten ﷺ
Zainab die Älteste, Ruqayya, Umm Kulthum und Fatima — alle Töchter Chadidschas. Sie heirateten führende Gefährten (Uthman heiratete Ruqayya und dann Umm Kulthum und erhielt so den Namen „Dhu an-Nurain“ — der Inhaber der zwei Lichter); Ruqayya und Umm Kulthum starben zu Lebzeiten des Propheten ﷺ, und Fatima überlebte ihn um Monate. Der Islam machte keinen Unterschied zwischen der Erziehung von Töchtern und Söhnen und verurteilte den Groll der vorislamischen Gesellschaft auf ein neugeborenes Mädchen:
وَإِذَا بُشِّرَ أَحَدُهُم بِٱلۡأُنثَىٰ ظَلَّ وَجۡهُهُۥ مُسۡوَدّٗا وَهُوَ كَظِيمٞWenn einem von ihnen die frohe Botschaft (von der Geburt) eines Mädchens verkündet wird, bleibt sein Gesicht finster, und er hält (seinen Grimm) zurück.
So wurde im Islam die Tochter ein Segen, dessen guter Pflege mit Lohn gedankt wird: „Wer mit irgendeiner dieser Töchter geprüft wird und sie gut behandelt, sie werden ein Schild für ihn vor dem Feuer sein“ (Al-Buchari 1418) — der Hadith, der auf der Hauptseite dieses Abschnitts zitiert wird.
Häufige Fragen
Warum heiratete der Prophet ﷺ mehr als vier Ehefrauen?
Die Gesetzgebung war ihm ﷺ allein eigen und niemand sonst (Al-Ahzab 50). Er heiratete nicht aus Jugend oder Lust: Seine erste Ehe war mit Chadidscha in seinem fünfundzwanzigsten Jahr, und er nahm keine andere Ehefrau bis nach ihrem Tod; er heiratete Witwen und Frauen von Rang, um Bündnisse zwischen Stämmen und Städten zu knüpfen und Haushalten ohne Beschützer Zuflucht zu geben (Sauda, Dschuwairiya, Umm Habiba). Und jedes Haus wurde eine Schule — von ihnen kamen mehr als dreitausend Hadithe.
Wird die Überlieferung einer Frau in der Religion akzeptiert?
Ja — die Prophetenzeit hat die Sache entschieden: Aischa überlieferte rund 2.210 Hadithe, Umm Salama 378, und Hafsa war Treuhänderin des Muschaf; die größten Hadith-Gelehrten, Al-Buchari und Muslim, nahmen die Überlieferungen der Gefährtinnen in ihre beiden authentischen Sammlungen auf. Für die Hadith-Kritiker sind die Bedingungen der Überlieferung Redlichkeit und Präzision — nicht das Geschlecht.
Was bedeutet „Mutter der Gläubigen“ praktisch?
Eine gesetzgebende Mutterschaft: Die Ehe mit ihnen ist jedem Gläubigen bis zum Jüngsten Tag verboten (Al-Ahzab 53); die Ummah ist mit ihnen verbunden durch Gebet, Güte und das Befolgen dessen, was sie von der Religion überliefert haben — und ihre Häuser wurden nach dem Tod des Propheten ﷺ die ersten Schulen von Tafsir und Fiqh.
Waren sich die Gefährten uneinig darüber, welche der Ehefrauen des Propheten ﷺ die tugendhafteste war?
Die Texte begründen die Vorzüge von Chadidscha und Aischa insbesondere, und die biographischen Werke verzeichnen die Vorzüge der übrigen. Wir stellen Vorzüge als gesichert dar und inszenieren keine Vergleiche zwischen ihnen — Allah nannte jede von ihnen „Mutter der Gläubigen“ und verhieß ihnen großen Lohn.
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